Zur jährlichen Dienstversammlung der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf hatte Bürgermeister Helmut Stühn am Freitag, 27. Februar, in den Knappensaal in Herdorf eingeladen. Neben dem neuen Herdorfer Bürgermeister Uwe Geisinger nahmen auch weitere politische Vertreter der Verbandsgemeinde, die Wehrleitung, der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises Altenkirchen, Björn Jestrimsky, sowie Volker Hain, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, an der Veranstaltung teil.


Wie Wehrleiter Matthias Theis berichtete, wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde im vergangenen Jahr zu insgesamt 104 Einsätzen alarmiert. Dabei konnten die Einsatzkräfte 18 Menschen retten, vier davon aus unmittelbarer Lebensgefahr.
Bürgermeister Helmut Stühn blickte in seinem Bericht auf einige der prägenden Einsätze des vergangenen Jahres zurück. Dazu zählten unter anderem ein größerer Stromausfall in Nisterberg, eine Gewalttat in Weitefeld sowie ein Industriebrand in Derschen. Besonders in Erinnerung geblieben sei jedoch die Gebäudeexplosion in Daaden, die auch überregional Aufmerksamkeit erregte und mehrere Verletzte forderte. Stühn lobte in diesem Zusammenhang die ruhige und konzentrierte Arbeit der Einsatzkräfte in einer zunächst unübersichtlichen Lage.
Für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde sind im aktuellen Haushalt rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich sind Investitionen von etwa 0,8 Millionen Euro geplant. Dazu gehören unter anderem die Anschaffung eines allradgetriebenen Mannschaftstransportfahrzeugs für die Feuerwehr Weitefeld sowie eines Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr Herdorf. Außerdem sollen die Gerätehäuser in Dermbach und Sassenroth erweitert werden. Wehrleiter Theis hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die Einheiten ihre teilweise bis zu 30 Jahre alten Fahrzeuge sehr gut pflegen und warten.
In seiner Ansprache ging Theis auch auf gesellschaftliche Entwicklungen ein. Fachwissen und Erfahrung seien unverzichtbar und könnten nicht durch kurze Internetvideos ersetzt werden. Die Kompetenz der Feuerwehr entstehe durch Ausbildung, Übungen, Einsätze und Erfahrungsaustausch. Gerade in einer Zeit, in der Lautstärke oft mit Kompetenz verwechselt werde, stehe die Feuerwehr für Sachlichkeit, Professionalität und Besonnenheit.
Insgesamt engagieren sich rund 240 aktive Einsatzkräfte in den acht Einheiten der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf. Hinzu kommen etwa 80 Alterskameradinnen und Alterskameraden sowie rund 70 Kinder und Jugendliche in den Bambini- und Jugendfeuerwehren.


Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises, Björn Jestrimsky, betonte die Bedeutung des Ehrenamtes im Bevölkerungsschutz. Sicherheit werde von den Feuerwehren ehrenamtlich geschaffen. Gleichzeitig kündigte er an, dass der Landkreis die Zusammenarbeit mit den Kommunen weiter ausbauen und die Bedarfs- und Entwicklungsplanung voranbringen wolle.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch neue Mitglieder verpflichtet, zahlreiche Feuerwehrangehörige befördert sowie Funktionen neu besetzt. Darüber hinaus erhielten mehrere Feuerwehrleute Auszeichnungen für langjährige Dienste. Für mehr als 15 Jahre Engagement wurde das bronzene Feuerwehrehrenzeichen verliehen, für 25 Jahre das silberne Ehrenzeichen. Für 35 Jahre Dienstzeit erhielten mehrere Feuerwehrangehörige bereits im vergangenen Jahr das goldene Ehrenzeichen des Landes. Für eine außergewöhnlich lange Dienstzeit von 45 Jahren wurde Dietmar John von der Einheit Derschen besonders gewürdigt.
Ein Wechsel erfolgte zudem in der Leitung der Feuerwehreinsatzzentrale. Nach zwölf Jahren übergab Stephanie Schuster die Verantwortung an Philipp Ermert. Für ihre langjährige Tätigkeit erhielt sie vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz die bronzene Ehrennadel.
Die Verbandsgemeinde würdigte das Engagement aller Feuerwehrangehörigen und dankte den ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung.
(PM VG Daaden/Herdorf, red [LW])