Der Rhein-Lahn-Kreis hat am 21. März eine umfangreiche Katastrophenschutzübung zum Thema Hochwasser durchgeführt. Ziel war es, die Einsatzbereitschaft aller beteiligten Kräfte zu testen und Abläufe bei einem länger andauernden, großflächigen Hochwasserereignis weiter zu verbessern. Im Fokus stand dabei insbesondere die Einbindung von Spontanhelfern sowie deren Koordination durch die Einheiten des Katastrophenschutzes.

An der Übung nahmen zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW), Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG), der Informations- und Kommunikationszentrale (IUKZ) des Rhein-Lahn-Kreises sowie weitere Hilfsorganisationen teil. Simuliert wurde ein anhaltender Starkregen mit steigenden Pegelständen, der in mehreren Ortschaften zu Überflutungen führte.

Im Mittelpunkt stand das landesweit erste Konzept zur Einbindung von Spontanhelfern in Katastrophenlagen. Geprobt wurden unter anderem das Befüllen von Sandsäcken durch freiwillige Helfer, der Aufbau von Sandsackverbauungen, Evakuierungen betroffener Bürgerinnen und Bürger sowie die Sicherstellung der medizinischen Versorgung.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Einsatzkoordination und der Kommunikation zwischen den verschiedenen Organisationen. Auch die Warnung der Bevölkerung über unterschiedliche Kanäle wurde praxisnah getestet.

„Alle sollten in Katastrophenlagen anderen helfen können – das möchte ich hier lernen“, erklärte ein teilnehmender Spontanhelfer. Ein weiterer Teilnehmer betonte: „Es ist wichtig, die technischen Abläufe im Ernstfall kennenzulernen.“ Eine Spontanhelferin ergänzte: „Anderen in Not helfen zu können, hat für mich höchste Priorität. Da ich auf einem Berg wohne, kann ich im Hochwasserfall besonders unterstützen.“

Landrat Denninghoff erklärte: „Im Ahrtal gab es zahlreiche Spontanhelfer. Diese Hilfe muss jedoch organisiert werden. Die Übung stellt einen ersten wichtigen Schritt dar. Gleichzeitig bin ich etwas enttäuscht über die geringe Beteiligung, da sich nur wenige Helfer freiwillig gemeldet haben.“

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Guido Erler ergänzte: „Hochwasserlagen stellen für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Mit solchen Übungen stellen wir sicher, dass wir im Ernstfall schnell, koordiniert und effektiv handeln können. Im Mittelpunkt stand die Überprüfung des bislang in Rheinland-Pfalz einzigartigen Konzepts des Rhein-Lahn-Kreises sowie dessen praktische Umsetzung. Mein Ziel ist es, die Mittlerorganisation zur Einbindung von Spontanhelfern ‚RLK-Hilfe‘ bekannter zu machen. Ich danke allen Beteiligten, insbesondere den engagierten Helferinnen und Helfern.“

Die Übung verlief insgesamt erfolgreich. Insgesamt waren 16 Spontanhelfer sowie rund 100 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen beteiligt. Erste Auswertungen zeigen, dass die Zusammenarbeit gut funktionierte. Festgestellte Verbesserungspotenziale sollen in die weitere Planung einfließen.

Der Rhein-Lahn-Kreis bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Spontanhelfern sowie den unterstützenden Organisationen, für ihr engagiertes Mitwirken.

(PM/Fotos: Team Medien/Rhein-Lahn-Kreis, red [LW])