Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz, dem flächenmäßig größten Polizeipräsidium in Rheinland-Pfalz mit rund 1,27 Millionen Einwohnern sowie etwa 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wurden im Jahr 2025 insgesamt 61.992 Straftaten registriert. Damit ging die Zahl der erfassten Delikte im Vergleich zum Jahr 2024 um 4.090 Fälle beziehungsweise rund 6,2 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 64,7 Prozent und liegt damit um 1,0 Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Es handelt sich um den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Polizeipräsident Jürgen Süs zieht deshalb eine positive Bilanz. „Die Menschen in unserer Region leben sicher. Die Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass die Polizei nach wie vor sowohl präventiv als auch repressiv fühl- und messbar gute Arbeit leistet.“
Bei den sogenannten „Straftaten gegen das Leben“ wurden im Berichtsjahr 27 Fälle registriert, darunter 15 Versuche. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 96,3 Prozent. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei der Dreifachmord in Weitefeld am 6. April 2025, der große Betroffenheit und Verunsicherung in der Region auslöste und auch über den Westerwald hinaus Beachtung fand. „Die Geschehnisse von Weitefeld haben die Menschen in der Region bewegt. Wir haben als Polizei versucht, für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar zu sein und sie in dieser Zeit zu begleiten“, erklärte Polizeipräsident Jürgen Süs mit Blick auf das vergangene Jahr.
Auch bei der sogenannten Straßenkriminalität zeigen die Zahlen eine positive Entwicklung. Die Fallzahlen der Gewalt im öffentlichen Raum, zu denen unter anderem Handtaschenraub, schwere und gefährliche Körperverletzungen sowie Raubüberfälle zählen, sind im Jahr 2025 um 33,6 Prozent zurückgegangen.
Ebenfalls deutlich rückläufig sind die Sachbeschädigungen. Insgesamt wurden 2025 1.539 Fälle weniger registriert als im Vorjahr, was einem Rückgang von 19,8 Prozent entspricht. Besonders deutlich fiel die Entwicklung bei Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen aus, zu denen auch Graffitidelikte zählen. Hier sank die Zahl der Fälle um 41,4 Prozent auf insgesamt 2.078 Taten. Diese Entwicklung wird insbesondere auf das Konzept „Saubere, sichere Stadt“ der Stadt Koblenz zurückgeführt. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote in diesem Bereich um 3,3 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent.
Weiter rückläufig sind auch die „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Im Jahr 2025 wurden 1.656 Fälle registriert, was einem Rückgang von 5,2 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote bleibt mit 88,2 Prozent weiterhin hoch. Allerdings spielt das Internet bei diesen Delikten eine zunehmende Rolle und beeinflusst die Entwicklung der Fallzahlen.
Deutlich gesunken ist außerdem die Rauschgiftkriminalität. Insgesamt wurden 2025 rund 29,8 Prozent weniger Fälle registriert, was einem Rückgang von 1.469 Straftaten entspricht. Als mögliche Ursache wird unter anderem das Cannabisgesetz genannt. Die Aufklärungsquote ging leicht zurück, liegt mit 89,8 Prozent jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau.
Leichte Zuwächse verzeichnet die Statistik dagegen im Bereich der Eigentumsdelikte. Beim Wohnungseinbruchdiebstahl wurden im Jahr 2025 insgesamt 825 Fälle registriert. Darunter waren 320 sogenannte Tageswohnungseinbrüche. Im Vergleich zum Jahr 2024 entspricht dies einem Anstieg von 16,7 Prozent bei den Wohnungseinbruchdiebstählen sowie von 19 Prozent bei den Tageswohnungseinbrüchen. Positiv entwickelte sich jedoch die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbruchdiebstählen, die um 2,1 Prozentpunkte stieg. Bei den Tageswohnungseinbrüchen sank sie hingegen um 1,2 Prozentpunkte und liegt nun bei 16,6 Prozent.
„Gerade diese Straftaten haben Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Bei aller Anstrengung müssen wir aber auch anerkennen, dass es keinen absoluten Schutz vor Kriminalität geben kann. Die Bürgerinnen und Bürger im nördlichen Rheinland-Pfalz können sich aber darauf verlassen, dass die Polizei weiterhin, neben der Bekämpfung der Kriminalität, es als dringliche Aufgabe ansieht, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken“, erklärte Polizeipräsident Süs.
Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen bei Einbruchsdiebstählen in Solarparks. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 26 Fälle registriert, wobei sich ein Großteil der Taten im ersten Quartal ereignete. „Trotz der überproportional angestiegenen Fallzahlen konnten wir bereits im Laufe des Jahres 2025 gemeinsam Maßnahmen entwickeln, auch in Zusammenarbeit mit den Betreibern der Parks, um dem Phänomen entgegenzuwirken. Dies führte im weiteren Jahresverlauf zu einer spürbaren Reduzierung der Fallzahlen“, erläuterte Behördenleiter Süs.
Ebenfalls deutlich angestiegen ist die Zahl der Bedrohungsdelikte. Im Jahr 2025 wurden 3.198 Fälle registriert und damit 240 mehr als im Jahr zuvor, was einem Anstieg von 8,1 Prozent entspricht. Als mögliche Ursache gilt unter anderem die Neufassung des Paragrafen 241 Strafgesetzbuch. Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2021 ist bereits bei geringeren rechtswidrigen Handlungen eine Strafbarkeit möglich. Hinzu kommt die zunehmende Nutzung sozialer Medien, wodurch sich viele Taten in den digitalen Raum verlagern. Die häufig wahrgenommene Anonymität im Internet kann dazu beitragen, dass die Hemmschwelle für entsprechende Straftaten sinkt.
Abschließend betonte Polizeipräsident Süs die zentrale Aufgabe der Polizei: „Unsere Kernaufgabe besteht darin, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu stärken und sie spürbar sicherer leben zu lassen. Das gelingt nicht allein durch Strafverfolgung, sondern vor allem durch ein ausgewogenes Zusammenspiel aus konsequenter Bekämpfung von Kriminalität, Prävention und enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, den Kommunen und weiteren Partnern. Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 zeigen aus meiner Sicht, dass unsere Maßnahmen greifen und Wirkung entfalten. Sie bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, die wachsam bleiben und uns unterstützen, können wir die Sicherheit in unserer Region weiter stärken.“
(PM POL, red [LW])