Im Polizeipräsidium Koblenz wurde die neue Führungszentrale des zentralen Notruf- und Einsatzmanagements (zNuE) in Betrieb genommen. Im Rahmen von strukturellen Veränderungen innerhalb der Polizei, der Entwicklung des täglichen Einsatzgeschehens und der geplanten technischen Modernisierung der polizeilichen Leitstellen in Rheinland-Pfalz wurde das zentrale Notruf- und Einsatzmanagement neu errichtet.

„Mit der Führungszentrale stärken wir die Polizei in Koblenz und sorgen für mehr Sicherheit in der gesamten Region. Künftig wird hier im Ernstfall binnen Sekunden zentral, koordiniert und vernetzt entschieden, welche Einsatzkräfte wohin geschickt werden. Damit investieren wir gezielt in belastbare Strukturen – gerade im Hinblick auf komplexer werdende Einsatzlagen wie Großveranstaltungen, digitale Bedrohungen oder länderübergreifende Kriminalität“, so Innenminister Michael Ebling im Rahmen der Einweihung der neuen Leitstelle.

„In Koblenz ist eine hochmoderne Führungszentrale auf rund 1.200 Quadratmetern entstanden, für die das Land rund 9 Millionen Euro investiert. Die neue Leitstelle vereint moderne Arbeitsatmosphäre mit leistungsstarker technischer Infrastruktur. So wurden alleine unter dem Boden und in den Decken 21 Kilometer Kabel verlegt. Zusätzlich erfüllt die Leitzentrale komplexe technische Anforderungen an Klima und Belüftung“, erklärte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen.

Nach längerer Planungsphase und dem Baubeginn im September 2023 wurde die neue Führungs- und Lagezentrale am 24. Februar 2026 offiziell in Betrieb genommen und eingeweiht. Von hier aus werden nunmehr jährlich über 160.000 polizeiliche Einsätze im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz zentral koordiniert, geführt und unterstützt. Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz umfasst 29 Polizeidienststellen, die insgesamt etwa 1,2 Millionen Einwohner im nördlichen Rheinland-Pfalz betreuen.

Die neue Führungs- und Lagezentrale verfügt über zentrale Abfrage- und Vermittlungstechnik, ein modernes Notruf- und Einsatzmanagement und ein Leitstellenvisualisierungssystem. Die vielfältigen Aufgaben einer modernen Einsatzzentrale – insbesondere die Steuerung von Einsatzmaßnahmen im Rahmen der Gefahrenabwehr, der Strafverfolgung sowie bei besonderen Einsatzlagen – wurden bei der Planung und Umsetzung umfassend berücksichtigt.

„Mit der neuen Leitstelle beginnt für das Polizeipräsidium Koblenz eine neue Ära. Wer im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz künftig die 110 wählt, richtet sein Hilfeersuchen an eine zentrale Leitstelle. Die örtlichen Polizeidienststellen nehmen keine Notrufe mehr entgegen, bleiben jedoch unverändert verantwortlich für die Einsatzbewältigung“, so Polizeipräsident Jürgen Süs

„Bauen in Bestandsgebäuden und bei laufendem Dienstbetrieb ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten. Dafür gibt es keine Planung von der Stange! In der gewohnt hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium konnte das Projektteam der LBB-Niederlassung Koblenz eine maßgeschneiderte Lösung für die neue Führungszentrale mit zNuE realisieren. Hilfreich waren dabei auch die Erfahrungen aus der 2016 fertiggestellten, landesweit ersten Führungszentrale mit zNuE im PP Mainz – für Koblenz natürlich entsprechend angepasst. Auch der neue Multifunktionsraum, in dem wir heute feiern können, wurde im Rahmen des Projekts hergestellt. Weitere bauliche Verbesserungen des Arbeitsumfelds stehen mit dem Umbau der Büroflächen im 9. OG, des großen Besprechungsraums im Erdgeschoss und des Sozialraums im 1. OG bereits an“, so Holger Basten, Geschäftsführer des Landesbetriebs LBB.      

Die technischen und baulichen Herausforderungen wurden in enger Abstimmung mit den Anforderungen des Polizeipräsidiums Koblenz geplant und realisiert. Bestehende Abläufe wurden geprüft, angepasst und erweitert. 

Durch die gemeinsame Projektkoordinierung des Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), des Polizeipräsidium Koblenz und des Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik sowie den ausführenden Unternehmen kann so die Einsatzfähigkeit der Polizei nachhaltig gestärkt und durch den Aufbau einer modernen und effizienten Leitstelle langfristig verbessert werden.

Mit der Inbetriebnahme der Führungszentrale des Polizeipräsidiums Koblenz geht nach Mainz die zweite Führungszentrale des zentralen Notruf- und Einsatzmanagements (zNuE) an den Start. Es handelt sich um die größte Führungszentrale in RLP. Die Führungszentralen in Trier und Ludwigshafen werden aktuell errichtet, der Baubeginn für Kaiserslautern ist in diesem Jahr vorgesehen.

(PM MdI)