Gute Nachrichten aus dem Forstamt Dierdorf für das SWN-Projekt – Spendenplattform kurz vor dem Start

Neuwied. 30.000 Bäume haben die Stadtwerke Neuwied (SWN) im vergangenen Winter pflanzen lassen. Doch wie haben die Jungpflanzen die Sommerdürre überstanden? Bis auf wenige Ausnahmen sehen die neuangelegten Kulturen alle sehr gut aus, meldet das Forstamt Dierdorf. In der Hafenstraße laufen die letzten Vorbereitungen, damit auch alle Neuwieder sich ab Ende September an dem Klimaschutzprojekt beteiligen und Bäume spenden können.

Von den vergangenen fünf Sommern waren vier sehr heiß bis extrem heiß. Den Jungbäumen in den Forstrevieren HWG-Wald und Rodenbach hat es nicht geschadet. „Flächige Schäden sind nicht zu sehen. Es hat sich gezeigt, dass es eine gute Entscheidung war, eher kleinere Pflanzen zu setzen“, erklärt Andreas Hartig. Der Revierförster des Forstamts Dierdorf, das die Arbeiten durchführt und fachlich begleitet, hat auch eine Erklärung: „Die Wurzeln haben weniger Blattmasse zu versorgen und sind daher unempfindlicher gegen Trockenheit im ersten Jahr.“

Etwa 40 Baum- und Straucharten wurden auf den ersten 17 Hektar Fläche gepflanzt. Geringe Ausfälle gab es nur bei den Douglasien: „Sie haben einen Anteil von 10 Prozent an den gepflanzten Bäumen. Etwa 20 Prozent haben es nicht geschafft.“ Das, so Hartig, hat aber weder mit der Baumart noch mit der Hitze zu tun: „Das lag an der angelieferten Qualität. Von dieser Charge sind auch aus anderen Revieren Ausfälle auf unterschiedlichen Standorten bekannt. Hier wird nachgebessert.“

Welche Sorten sich generell resistent gegen Hitze zeigen und welche weniger, könne man anhand kleiner Stückzahlen auf kleiner Fläche nicht beantworten: „Dazu wären größere Versuche nötig. Gewählt wurden generell Sorten, die sich bereits als resistent erwiesen haben. Der Großteil der Pflanzen sind Eichen, Stieleichen sowie Roteichen, diese sehen super aus. Sie gelten als Favoriten im Klimawandel und liefern sehr hochwertiges Holz bei hoher Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit.“

Laut Hartig ist der erste Sommer nach der Pflanzung auch der härteste für die Jungpflanzen: „Die Pflanzen müssen sich an ein neues Klima und einen neuen Standort gewöhnen, außerdem müssen sie noch die Pflanzung selbst verarbeiten und verlorene Wurzeln neu bilden.“ Trotzdem könne man beobachten, dass sich Trockenstress über Jahre schleppen kann. Es könne sein, dass eine Pflanze zunächst ein bis zwei Jahre gut widerstehen kann und dann im dritten Jahr bei geringerer Belastung der berühmte Tropfen auf den heißen Stein zu viel sein kann. Sicher sind die Pflanzen also noch nicht.

Aktuell benötigen die Flächen wenig Pflege: „Es wurde bereits gemäht, wir haben auch Schutzmatten gegen Verbiss nachjustiert.“

SWN und Forstamt werden nun schauen, welche Freiflächen für die nächsten Pflanzungen infrage kommen. Marketingleiter Siegesmund Kunke sagt: „Wir wollen die nächsten Schritte gehen.“ 70.000 Bäume wollen die SWN für die Stadt Neuwied pflanzen, das langfristig angelegte Projekt könnte aber viel mehr schaffen: „Unsere Plattform Herzenssache ist ab Ende September einsatzbereit.“ Wer will, kann dann für 8 Euro das Stück Bäume spenden. „Der Preis deckt alle Kosten ab. Zudem erhält man eine Spendenquittung, die man sogar bei der Steuer einreichen kann.“ Erfreulich sei, dass Vereine, private Initiativen, aber auch Neuwieder Unternehmen bereits ihre Spendenbereitschaft signalisiert haben.

(PM SWN)