Mit einem weiteren Einsatz ihrer aufsuchenden Wohnungslosenhilfe haben die Johanniter-Unfall-Hilfe Mittelrhein wohnungslose Menschen in Koblenz direkt vor Ort unterstützt. An zentralen Anlaufpunkten wie dem Koblenzer Hauptbahnhof, dem Zentralplatz sowie im Umfeld der Herz-Jesu-Kirche verteilten die Einsatzkräfte Lebensmittel, Getränke, Kleidung und weitere dringend benötigte Hilfsgüter.

„Wir fahren gezielt die stadtbekannten Plätze an, an denen sich wohnungslose Menschen aufhalten, um unsere Hilfe genau dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird“, erklärt Tobias Zimmermann, Pressesprecher der Johanniter am Mittelrhein. „Unser Ansatz ist es, Wege zu verkürzen und den Menschen Unterstützung anzubieten, ohne dass sie zusätzliche Hürden überwinden müssen.“

Das Angebot der Hilfsorganisation orientiert sich konsequent an den konkreten Bedarfen vor Ort. Neben haltbaren Lebensmitteln und Getränken gehören auch Kleidung, Schlafsäcke und zunehmend technische Hilfsmittel zur Ausstattung der Einsätze. „Ein Thema, das wir aus Gesprächen immer wieder mitnehmen, ist die Möglichkeit, ein Handy zu laden“, so Zimmermann. „Das Smartphone ist auch für Menschen ohne festen Wohnsitz ein wichtiges Mittel zur Kommunikation und Orientierung. Deshalb geben wir inzwischen auch Powerbanks aus, die bei uns wieder aufgeladen werden können.“

Die aufsuchende Wohnungslosenhilfe wurde ursprünglich rund um die Weihnachtszeit ins Leben gerufen. „Gerade in einer Zeit, in der Einsamkeit und schwierige Lebensbedingungen besonders stark spürbar sind, wollten wir ein zusätzliches Angebot schaffen“, erklärt Zimmermann. „Dass wir jetzt bereits den zweiten Einsatz durchführen konnten, zeigt uns, wie groß der Bedarf ist.“

Nach Einschätzung der Helfenden hat sich die Situation wohnungsloser Menschen in Koblenz in den vergangenen Jahren sichtbar verschärft. „Es ist schwer, das in konkreten Zahlen zu messen, aber der subjektive Eindruck ist eindeutig“, sagt Zimmermann. „Man sieht mehr Menschen auf der Straße, und man hat auch das Gefühl, dass sich die Lebensumstände verschlechtert haben.“ Besonders auffällig sei, dass grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs häufig fehlen. „Wir haben vermehrt Menschen getroffen, die ohne geeignete Schuhe unterwegs sind. Daraufhin haben wir intern einen Aufruf gestartet, gut erhaltene Schuhe zu spenden, die wir aufbereiten und weitergeben können.“

Gleichzeitig betonen die Johanniter, dass sie bestehende Angebote nicht ersetzen, sondern ergänzen wollen. „Das Hilfesystem in Koblenz ist grundsätzlich gut aufgestellt“, so Zimmermann. „Organisationen wie die Caritas leisten wertvolle Arbeit. Unser Unterschied ist, dass wir aktiv zu den Menschen gehen und damit auch diejenigen erreichen, die bestehende Angebote nicht in Anspruch nehmen können oder wollen.“

Die Resonanz auf die Einsätze beschreibt die Organisation als durchweg positiv. „Viele Menschen sind zunächst zurückhaltend, teilweise auch aus Scham“, berichtet Zimmermann. „Aber sobald der erste Kontakt hergestellt ist, erleben wir große Dankbarkeit. Die Menschen nehmen die Hilfe an und freuen sich über die Unterstützung. Diese Rückmeldungen sind für uns ein wichtiger Antrieb.“

Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist seine vollständige Finanzierung über Spenden. „Alles, was wir hier einsetzen, ist zu 100 Prozent spendenfinanziert“, betont Zimmermann. „Jeder Euro, den wir erhalten, fließt direkt in die nächste Hilfsaktion. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich.“ Auch personell basiert das Angebot derzeit auf besonderem Engagement. „Unsere Mitarbeitenden sind hauptamtlich bei den Johannitern beschäftigt, leisten die Einsätze aber zusätzlich ehrenamtlich. Das zeigt, wie groß die Motivation innerhalb unseres Teams ist.“

Langfristig verfolgen die Johanniter das Ziel, die aufsuchende Wohnungslosenhilfe in eine stabile ehrenamtliche Struktur zu überführen. „Wir möchten das Angebot verstetigen und regelmäßig durchführen, sodass sich die Menschen darauf verlassen können“, erklärt Zimmermann. „Dafür brauchen wir sowohl finanzielle Unterstützung als auch Menschen, die bereit sind, sich aktiv einzubringen.“

Die Organisation ruft daher zur Unterstützung auf. „Am dringendsten benötigen wir aktuell Spendenmittel“, sagt Zimmermann. „Mit fünf Euro können wir bereits mehrere Mahlzeiten finanzieren, mit größeren Beträgen lassen sich beispielsweise Schlafsäcke oder weitere dringend benötigte Ausstattungsgegenstände beschaffen.“ Gleichzeitig werde jede Unterstützung unmittelbar wirksam. „Jeder Euro kommt direkt bei den Menschen an, die Hilfe benötigen.“

Spenden für die aufsuchende Wohnungslosenhilfe der Johanniter am Mittelrhein sind unter dem Verwendungszweck „Wohnungslosenprojekt“ möglich an:

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
IBAN: DE12 3702 0500 0020 2181 11
BIC: BFSWDE33XXX

Darüber hinaus plant die Hilfsorganisation, künftig auch verstärkt Ehrenamtliche einzubinden. „Wer sich engagieren möchte, ist bei uns willkommen“, betont Zimmermann. „Notwendige Kenntnisse, etwa im Bereich Erste Hilfe, vermitteln wir. Entscheidend ist die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen und zu helfen.“

Mit ihrem aufsuchenden Ansatz wollen die Johanniter auch künftig einen Beitrag leisten, die Situation wohnungsloser Menschen in Koblenz zu verbessern, pragmatisch, bedarfsorientiert und nah an den Menschen.

(LuWei-Media)